Archiv der Kategorie: Natur und Umwelt

große Narzissen-Pflanzaktion

Bei unerwartet schönem Herbstwetter traf sich ein Trupp Unermüdlicher, ausgerüstet mit Spaten, Handschaufel und Schubkarre, dieses Jahr erneut, um über 1200 Narzissenzwiebeln zu setzen. Entlang des „Ostufers“ der B4 sollen diese den Straßenrand schmücken. Begonnen wurde vor Beef&Basics – ehemals Gasthaus – , dann wurden beide Richtungen mit Zwiebeln bestückt. Nicht ganz einfach, da der grüne Straßenrand auch viel Schotter und Steine unter dem Gras versteckt hatte.

Der Pflanztrupp nach dem Einsatz: Bürgermeister Karl-Heinz Heukamp, Bettina Heukamp, Sylke Böhnke, Sandra Klautzsch, Mathias Böhnke, Lukas Böhnke
Foto: C.Reimann

Einige Zwiebeln fanden auch im Grün vor dem Kindergarten ein neues Zuhause, ebenso wanderten einige nach Bruchtorf.

Nun bleibt zu hoffen, dass in den Folgejahren große, gelbe Narzissen den Straßenrand zieren und auch noch weitere in den anderen Ortsteilen hinzukommen werden.

Blumengruß am Straßenrand

Im Herbst haben fleißige Mitbürger und -bürgerinnen Narzissenzwiebeln gesetzt, und nun befinden sich diese in zaghafter Frühjahrsblüte:

Jelmstorfer Narzissen

… am Straßenrand der B4 . Dadurch sollen mit diesem Blumengruß Frühlingsgefühle angelockt werden, auch wenn das Wetter in diesem Frühling nicht wirklich mitspielt.

Foto: B.Heukamp

Vielleicht sind ja im Folgejahr wieder einige Bürger bereit, bei einer Narzissen-Pflanzaktion zu helfen.

Nutrias – invasive Art

Nutria, ein Streicheltier?

Die Nutria ist ein Nagetier, das zu den Neozoen zählt und ursprünglich hier nicht heimisch war. Die Nutria stammt aus Südamerika und wurde in Deutschland etwa ab 1926 als Pelztier in sogenannten Pelztierfarmen gezüchtet, später auch in einigen Landesteilen als Fleischlieferant. Daraus entwichen oder auch aus verschiedenen Gründen freigelassen etablierte sich der große Nager in unseren Bach-, Teich- und Flusslandschaften. Er mag zwar putzig aussehen, hat aber wegen seines großen Schadspektrums den Charakter eines Schädlings.

Fotos: B.Heukamp

Nutrias verursachen Schäden an seltenen Uferpflanzen; so löschen sie ganze Bestände an Rohrkolbenarten aus und tragen beispielsweise zum Rückgang der streng geschützten „Schneide“, einer extrem seltenen Röhrichtart bei.
Durch die Fraßschäden am Uferröhricht wird der Lebensraum anderer, seltener Arten eingeschränkt und die Nutria leistet somit einen Beitrag zu deren Rückgang.
Gehölze wie Erle, Weide oder Haselnuss werden durch ein meist einseitiges Schälen der Rinde bis zu einer Höhe von 50 cm geschädigt.
Ufer und Deiche werden unterhöhlt; es kommt durch Höhlenbau zu Unterhöhlungen, Uferabbrüchen und Böschungsrutschungen. Deich- und Dammschutz ist damit in Gefahr.
Ebenso sind Fraßschäden an Feldfrüchten (Mais, Rüben, Kartoffeln, Getreide, Gemüse) zu beklagen.

Obwohl sie eigentlich als Pflanzenfresser gelten, scheinen Nutrias mittlerweile eine Vorliebe für Teich- und Flussmuscheln (geschützte Arten) entwickelt zu haben. (Videoaufnahmen dazu lassen sich leicht im Netz finden.)

Bedingt durch seine hohe Reproduktionsrate wurde der Nager von der EU 2014 als invasive Art eingestuft und durch die EU-Verordnung 1143/2014 gilt Nachfolgendes:
– Eine Einbringung in die Natur ist zu verhindern (Handel, Zucht, Haltung, Freilassung sind strengstens verboten)
– Eine Ausbreitung ist zu unterbinden bzw. die Besatzreduktion ist zu forcieren.

Vorsicht – das bedeutet auch, dass Nutrias nicht gefüttert werden dürfen!

Kontakt ist zu vermeiden, da diese Nager auch als Träger von Krankheiten gelten. So können die typische Nagerkrankheiten Tularämie  und das Hantavirus auch auf den Menschen übertragen werden.